Aufgrund der engen Lagebeziehungen der Speicheldrüsen zu verschiedenen Nerven im Gesicht setzt die Speicheldrüsenchirurgie ein großes chirurgisches Geschick und viel operative Erfahrung voraus.

 
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Speicheldrüsenerkrankungen
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Speichelretentionszysten

Speichelretentionszysten (Ranula) sind kleine abgekapselte Lakunen, in denen sich der Speichel wie in einem Stausee sammeln kann. Diese kann durch ein kleines Trauma (z.B. Schleimhautverletzung) oder bereits durch einen Einbiss zustande kommen. Sollten Sie immer vermehrt zu Mahlzeiten oder bei Hungerzuständen eine Schwellungszunahme empfinden, spricht dies für eine solche Zyste. Klinisch stellt sich die Zyste als bläuliche, pralle Schwellung z.B. im Mundboden dar. Eine Entfernung ist in der Regel unproblematisch und in einer kleinen Operation mit örtlicher Betäubung zu erledigen.

Speichelsteine

Aufgrund der Konsistenz und des Mineralgehalts des Speichels können sich an unterschiedlichen Stellen Speichelsteine ausbilden. Durch ihre langen Speicheldrüsenausführungsgänge sind die Ohr- und vor allem die Unterkieferspeicheldrüse besonders häufig betroffen. Ein Speichelstein kann über eine lange Zeit symptomlos sein und als Zufallsbefund bei Röntgenaufnahmen festgestellt werden. Ist ein Speichelstein so groß, dass er den Speichelabfluss behindert, kann es zu einer akuten Speicheldrüsenentzündung kommen. Diese tritt meistens unverhofft und sehr schnell auf und kann ein starkes Krankheitsgefühl verursachen.

In der überwiegenden Anzahl der Fälle behandelt man die Speicheldrüsenentzündung zunächst mit einem Antibiotikum, bis die akute Entzündungssymptomatik zurückgegangen ist. Je nach Lokalisation des Speichelsteins kann man entweder nur den Stein entfernen (z.T. auch endoskopisch), häufig muss aber die betroffene Speicheldrüse mit entfernt werden. Eine Zertrümmerung der Steine – wie in anderen Körperbereichen üblich (z.B. bei Gallensteinen) - ist im Gesichtsbereich aufgrund der Zusammensetzung des Steines meistens nicht erfolgversprechend.

Raumforderungen

Bei Auftreten eines tastbaren Knötchens oder aber als Zufallsbefund im Rahmen einer Schichtbilduntersuchung (CT oder Kernspin (MRT)) werden Gewebsneubildungen in den Drüsenstrukturen festgestellt. In der überwiegenden Anzahl der Fälle handelt es sich dabei um gutartige Neubildungen. Der bösartige Charakter einer Neubildung sollte aber in jedem Fall durch eine Probenentnahme ausgeschlossen werden. Aufgrund der Nähe der Speicheldrüsen zu verschiedenen Gesichtsnerven wird in den meisten Fällen keine Probenentnahme sondern eine Teil- oder Komplettentfernung der Speicheldrüsen durchgeführt, um die betreffenden Nerven besser schonen zu können.

Gerne stehen wir Ihnen zur Beratung zur Verfügung.



 
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