Die fluoreszenz-gesteuerte Knochenabtragung ist eine neue Technik zur Behandlung der Medikamenten-assoziierten Kiefernekrose. Die Technik wurde von Prof. Pautke entwickelt.

 
 

Kiefernekrose

Was ist eine Kiefernekrose ?

Als Kiefernekrose bezeichnet man abgestorbenen Kieferknochen. Der Begriff Nekrose leitet sich aus dem Griechischen ab und bezeichnet abgestorbenes Gewebe. Alternative Bezeichnungen sind Kieferknochennekrose oder Osteonekrose des Kiefers.

 

Wie kommt es zu einer Kiefernekrose ?

Verschiedene Ursachen können zu einer Kieferknochennekrose führen:

  • Entzündungen - Kieferosteomyelitis
  • Bestrahlungen - Osteoradionekrose (im Rahmen einer Krebsbehandlung)
  • Medikamente - vor allem Bisphosphonate, Chemotherapeutika, Cortison, Antikörper (Avastin, Denosumab)
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In den letzten Jahren ist vor allem die Medikamenten-assoziierte Kieferknochennekrose durch antiresorptive Medikamente in den Fokus geraten. Antiresorptive Medikamente beeinflussen den Knochenstoffwechsel und verhindern besonders den Knochenab- und umbau. Vor allem Bisphosphonate (Zolodronsäure (z.B. Zometa, Aclasta), Pamidronsäure (z.B. Aredia), Ibandronsäure (z.B. Bondronat, Bonviva) oder Alendronsäure (z.B. Fosamax)) und der Antikörper Denosumab (XGeva, Prolia) können zu Kiefernekrosen führen. 

Antiresorptive Medikamente sind grundätzlich sehr wirksame, nützliche und nebenwirkungsarme Medikamente, die zur Behandlung von Osteoporose (Knochenschwund) oder zur Behandlung von Knochenmetastasen bösartiger Tumoren eingesetzt werden (vor allem bei Brustkrebs, Prostatakrebs und Plasmozytom). 

 

Wie kann man eine Kiefernekrose im Mund entdecken ?

Freiliegender Knochen in der Mundhöhle ohne Abheilungstendenz über Wochen ist das klinische Merkmal einer Medikamenten-assoziierten Kieferknochennekrose. 

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Weitere klinische Symptome reichen von unspezifischen Beschwerden, Mundgeruch, Gefühlsstörungen der Unterlippe, Kieferhöhlenentzündungen, Schmerzen bis hin zu Kieferfrakturen.

Auslöser der Beschwerden sind häufig Zahnentfernungen oder Verletzungen z.B. durch Prothesendruckstellen, die zu Wundheilungsstörungen führen und die sich über Wochen hinziehen können.

 

Wie häufig tritt eine Kiefernekrose auf ?

Die Häufigkeit des Auftretens der Medikamenten-assoziierten Kiefernekrose hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei der Behandlung der Osteoporose ist die Häufigkeit deutlich seltener (unter 1%). Bei der Behandlung von Knochenmetastasen werden die antiresorptiven Medikamente in einer deutlcih höhheren Dosierung verwendendet, derzeit wird in der wissenschaftlichen Literatur von einer Häufigkeit von ca. 5-12% ausgegangen. 

 

Wie entsteht einer Kieferknochenkrose ?

Der Mechanismus ist noch nicht genau verstanden. Bekannt ist jedoch, dass Knochennekrosen unter antiresorptiver Therapie dort entstehen, wo chronische Knochenentzündungen vorliegen. Da der Kieferknochen durch die Zähne aber wie kein anderer Knochen im Körper von chronischen Entzündungen betroffen ist, tritt die Medikamenten-assoziierte Knochennekrose fast ausschließlich im Kieferknochen auf.

 

Kann man das Auftreten einer Kiefernekrose verhindern ?

Ja ! Vor einer geplanten antiresorptiven Therapie mit Bisphosphonaten oder XGava sollten alle Entzündungsherde in der Mundhöhle saniert werden. Damit läßt sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Kiefernekrose deutlich reduzieren. Auch unter einer laufenden Therapie sollten chronisch entzündete Zähne behandelt werden. Die Behandlung mit Bisphosphonaten oder XGeva stellt keine Kontraindikation gegen die Entfernung von Zähnen oder andere chirurgische Massnahmen im KIeferbereich dar. Allerdings sollten chirurgische Eingriffe im Kieferbereich unter laufender antiresorptiver Therapie nur von Ärzten durchgeführt werden, die in der Behandlung von Kiefernekrosen erfahren sind. 

 

Wie wird eine Kiefernekrose behandelt ?

Eine Medikamenten-assoziierte Kiefernekrose sollte aus verschiedenen Gründen chirurgisch behandelt werden. 

  • Die Diagnose sollte durch eine Probenentnahme gesichert werden.
  • Durch einen chirurgischen Eingriff wird das Fortschreiten der Nekrose verhindert.
  • Chirurgische Maßnahmen haben eine höhere Erfolgsrate als konservative Verfahren.

Ein chirurgisches Vorgehen bei der Kiefernekrose ist erforderlich, um den abgestorbenen Knochen, der sich nicht regenerieren kann, abzutragen. Die Schwierigkeit bei diesem Eingriff besteht insbesondere darin, die Grenzen der Kiefernekrose während der Operation zu erkennen kann, damit nicht unnötig zu viel gesunder Knochen entfernt wird oder aber Reste der Kiefernekrose im verbleiben.

Um diese Problem zu lösen, haben wir in den letzten Jahren eine besondere, einzigartige Behandlungsmethode entwickelt, bei der die Unterscheidung von abgestorbenem (grauer Pfeil) und vitalem Knochen (grüner Pfeil) während der Operation möglich ist.

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Durch mehrere wissenschaftliche Studien ist der Nutzen dieser Technik belegt worden. Das Verfahren beruht darauf, dass gesunder Knochen eine Eigenfluoreszenz aufweist. Das bedeuted, dass gesunder Knochen bei der Verwendung mit einer speziellen Fluoreszenzlampe grünlich leuchtet. 

Abgestorbener oder entzündeter Knochen fluoresziert nicht oder deutlich schwächer. 

Als Entwickler und Erstbeschreiber der fluoreszenz-gesteuerten Knochenabtragung bieten wir Ihnen diese Technik als Kompetenzzentrum natürlich auch in unserer Praxisklinik an, weil wir stets auf dem aktuellsten wissenschaftlichen Stand arbeiten.

Die fluoreszenz-gesteuerte Knochenabtragung kann auch bei anderen Formen der Osteonekrose angewendet werden.

 

Gerne beraten wir Sie bei anstehender sowie laufender Bisphosphonat- oder Denosumabtherapie über Ihr persönliches Risikoprofil, an einer Kiefernekrose zu erkranken sowie über prophylaktische Maßnahmen. Auch stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite, um die möglichen Gefahren einer anstehenden Implantatversorgung bei Bisphosphonattherapie mit Ihnen zu besprechen.

Wir beraten Sie gerne hinsichtlich des optimalen Zeitpunkts einer chirurgischen Maßnahme (inkl. Zahnimplantate) in Hinblick auf Ihre laufende Therapie mit Bisphosphonaten oder Denosumab (XGeva oder Prolia).

 

 

 
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